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Monatliche Lichtblicke

Main-Post vom 2.4.09
 
HAMMELBURG

 Jeden Monat gibt es in der Stadtbücherei ein Programmkino. Michael Teltz und Gudrun Lienert kümmern sich um die Technik.  FOTO WahlerKulturbunt verschafft monatliche Lichtblicke

Die kleinen Großstadtkinos der 70er-Jahre, in denen man bei Bier und Zigarettenrauch Chabrol- und Godard-Filme anguckte, gibt es fast nicht mehr. Aber bei Bionade, Wein und Salzsticks können Filminteressierte in der Hammelburger Stadtbibliothek seit Jahren unterschiedliche Höhepunkte der Kinogeschichte genießen. Einmal im Monat verwandelt sich der Lesesaal in ein Programmkino, wenn Kulturbunt seine Technikkoffer auspackt.

Mit einem 16-mm-Projektor begann es im Jahr 2001, das Schnarren der Filmrollen begleitete die Bilder auf der Leinwand. Inzwischen ist die Ausstattung mit Dolby-Surround-Technik, DVD-Gerät und starkem Beamer bestückt. Die große Leinwand zeigt eine gute Bildqualität. Elisabeth und Thomas Assmann, Matthias Teltz, Barbara Stross und Gudrun Lienert arbeiten in der Kinogruppe von Kulturbunt mit.

„Wir zeigen durchweg Filme, die nicht dauernd im Fernsehen laufen, die abseits vom mainstream liegen, von guten Regisseuren, mit guten Schauspielern, die hohe Auszeichnungen bekommen haben“, so Stross. Bei der Auswahl zählt allein das Lustprinzip. Gute Geschichten in jeglicher Ausprägung sollen für einen unterhaltsamen Abend sorgen. Dabei kommt der Spaß keineswegs zu kurz. Schräge Komödien sind ebenso im Programm wie dramatische Filme und nachdenkliche Geschichten. Amerikanische Klassiker wechseln mit jungen deutschen Regisseuren der Gegenwart, europäische Filme mit internationalen Kinoereignissen. „Früher lag Hammelburg kinomäßig hinterm Mond“, bemerkt ein treuer Gast und zeigt sich erfreut über die monatlichen Lichtblicke.

An kleinen Tischchen sitzt inzwischen das Publikum, knabbert Salzsticks und unterhält sich angeregt. Still wird es, wenn ein Mitglied des Filmteams vor die Leinwand tritt und den Film vorstellt, der gleich beginnen soll. Informationen zur geschichtlichen Einordnung, zu Regie und Rezeption, aber auch zu den Auswahlkriterien leiten über zur Kinoatmosphäre, die den Vergleich mit den früheren kleinen Großstadtkinos nicht scheuen muss.

Neben der Programmkino-Reihe entwickelte das Team in den Jahren seines Bestehens auch Filmvorführungen an besonderen Orten. Da verwandelt sich, passend zur Filmstory, Friseurladen, Gärtnerei oder Bahnhofshalle in einen Kinosaal, da wurde im Dezember Open-air-Kino veranstaltet mit heißen Steinen und Wärmekissen. Im laufenden Jahresprogramm wird neben den monatlichen Programmkino-Abenden in der Stadtbücherei die Vorführung des Films „Verrückt nach Paris“ in der Werkstatt der Lebenshilfe stattfinden, bei schönem Wetter im Freien. Weitere Informationen unter www.kulturbunt.de

Charlotte Wahler



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