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Kaffeefahrt ins Blaue

Main-Post vom 20.07.09:
 
HAMMELBURG/MACHTILSHAUSEN

Die etwas andere Kaffeefahrt

Kulturbunt lockte mit Stimmung, Informationen und Krimskrams
„Bei der endgültigen Reisegeschwindigkeit werden wir 80 Kilometer in der Stunde erreichen.“ – In bester Pilotenmanier stellte Claus Schubert, Geschäftsführer des Kreisomnibusbetriebes (KOB), seinen neuen Omnibus vor. Kulturbunt hatte zur Kaffeefahrt der ganz besonderen Art geladen, und die KOB hatte termingerecht das Fahrzeug zur Jungfernfahrt parat.

 


Eine Tour durch den schönen Bäderlandkreis stand auf dem Programm, Martina Bay hatte die Rolle der Reiseleitung übernommen. Endlich einmal Tourist sein, mögen sich die Teilnehmer gedacht haben, denn vielerlei Schönheiten, über die das alltagsgewohnte Auge normalerweise hinwegsieht, rückten ins Blickfeld. Bay unterfütterte die Aussichten gekonnt mit Informationen rund ums Saaletal.

Dass hamulo castellum „steil abfallender Berg“ bedeutet und schon vor einigen hundert Jahren als „der schönste Punkt des schönen Tales“ bezeichnet wurde, war vielleicht manchen Reisenden bekannt. Dass Untererthal an der früheren Nord-Süd-Verbindung zwischen Hamburg und München lag, dass die A 7 mit 900 Kilometern die längste Autobahn Deutschlands ist und dass das schöne Saaletal günstig in der Mitte liegt, vielleicht auch. Aber dass in der Saline in Bad Kissingen Schlehenreißig verwendet wird, um die Luft mit der Sole anzureichern oder dass der Altersdurchschnitt in Bad Kissingen und Baden Baden bundesweit am höchsten ist, war vielleicht eine neue Information. Auch die Namen der zahlreichen Berge, Kirchen und Kapellen dürfte den meisten Teilnehmern nicht geläufig gewesen sein. Grün und üppig leuchteten die frisch beregneten Wälder, eifrig diskutierten die Reisenden über die schönste Aussicht auf Botenlauben und Trimburg.

Als Verkaufsfahrt mit Kaffee und Kuchen hatte Kulturbunt die Veranstaltung angepriesen, so war im Schreinersch Haus in Machtilshausen dann auch ein kleiner Tisch aufgebaut mit mehr oder weniger geschmackvollen Gegenständen aus den letzten 70 Jahren. Barbara Stross und Gudrun Lienert priesen unter großem Gelächter die „hochwertigen Erzeugnisse“ an und verkauften sogar das ein oder andere Stück.

Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt des Künstlers und Entertainers Roland Sailer. Hatte er zuvor die Gäste musikalisch mit Wiener Kaffeehausmusik eingestimmt, brachte er in seinem Hauptprogramm zwischen Liedern und Literatur rund um den Kaffee auch Informationen unter, die das Verständnis des schwarzen Getränkes vertieften.

Wie bei so manchen Kaffeekränzchen auch, kam der Künstler vom Kaffee schnell auf ein weiteres anregendes Thema, die Liebe. So sang Seiler von kaffeebraunen Augen „groß wie Mühlräder, die die Herzen der Männer wie Getreidekörner mahlen“. Er lehrte die Gäste ein baskisches Lied zum Mitsingen und zwischen all den romantischen Tönen war der ein oder andere Kommentar zu vernehmen, dass eine Kaffeefahrt so und nicht anders zu sein habe.

Charlotte Wahler



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