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20 Jahre kulturbunt

HAMMELBURG Kulturbunt feiert 20 Jahre (Arkadius Guzy 08. August 2017) 

Seit 20 Jahren bereichert Kulturbunt die Stadt mit originellen Veranstaltungen.

Nicht ohne Grund setzt sich der Vorstand des Vereins Kulturbunt aus 13 Frauen zusammen. "Wenn wir diskutieren, kommt kein Mann mit. Selbst wir müssen manchmal im Protokoll nachschauen, was schlussendlich besprochen wurde", sagt Annemarie Fell.

Annemarie Fell, Elfi Schäfer und Heike Zier haben sich spontan auf Zuruf per Whatsapp bei Heide Gerlach-Hirt am Wohnzimmertisch versammelt, um über Kulturbunt zu sprechen. Anekdoten aus der Gründungszeit, Anregungen fürs kommende Programm und Vorschläge für die Geburtstagsparty am Freitag mischen sich im Gespräch bunt durcheinander. Am Ende wird vor allem eine Sache klar: wie assoziativ die Ideen für die außergewöhnlichen Kulturbunt-Veranstaltungen entstehen. Mit ihnen setzt der Verein seit 20 Jahren Marksteine im Jahreslauf. Ein origineller Leitgedanke verbindet sich dabei immer mit einem originellen Veranstaltungsort und einer liebevollen Dekoration zu einem rundum gelungenen Erlebnis - sei es eine Lesung in einer Gärtnerei, eine Filmvorführung in einem Friseursalon, der Kunsthandwerkermarkt "Klein Montmartre" an der Stadtmauer oder venezianische Stimmung auf dem Rentamtsweiher, um nur einige Beispiele aus der Vergangenheit zu nennen.

"Außer den Weinfesten war in Hammelburg früher nichts los", sagt Heide Gerlach-Hirt. So überlegten Karin Wengerter, Barbara Stross und sie vor 20 Jahren, daran etwas zu ändern. Das Trio rief Bekannte und Gleichgesinnte zu einem Treffen zusammen. Daraus formierte sich dann der Verein Kulturbunt. Ziel war es vor allem, Kabarett und Kleinkunst nach Hammelburg zu holen, denn das fehlte. Kulturbunt knüpfte Kontakte zu Agenturen und schaffte es über die vergangenen 20 Jahre, viele Künstler für einen Auftritt in Hammelburg zu gewinnen. Etliche namhafte Vertreter aus der Kabarett-Szene waren bis heute darunter. Einige spielten in der Stadt, noch bevor sie richtig deutschlandweit bekannt waren. "Wenn ein Künstler erst einmal im Fernsehen ist, ist er für uns eigentlich schon meist zu teuer", erklärt Gerlach-Hirt. Gage, Miete für den Veranstaltungsort und Kosten für die Unterbringung des Gastes - schnell kommt einiges zusammen. Außerdem berichten die Kulturbunt-Frauen, dass die Anforderungen an Licht- und Tontechnik von den Agenturen immer höher geschraubt werden. Mit seinem Equipment kann der Verein nicht immer mithalten. Und dann stellen die Künstler eigene Ansprüche. "Ein bisschen Obst, keine Banane", wirft Fell als Beispiel für eine der Allüren ein. Gerlach-Hirt kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie einer der bekanntesten Kabarettisten in Deutschland ihr gegenüber richtig ausfallend wurde, weil ihm der Winzerkeller nicht passte. Daher und weil mittlerweile auch die Vereine ringsum Kabarettisten engagieren, ist der Umfang im Jahresprogramm reduziert.

Die Kleinkunst spielt aber nach wie vor eine Rolle für Kulturbunt. Sie gehört zum Jahreslauf genauso dazu wie die besonderen Veranstaltungen und das Programm-Kino, für das Barbara Stross die Filmauswahl trifft. "Sie ist unsere Cineastin", meint Gerlach-Hirt.

Für die Planung trifft sich das Vorstandsteam im Frühjahr zu einem Workshop. Gerlach-Hirt erklärt: "Es ist meistens eine Fahrt mit Übernachtung. Wir sitzen dann den ganzen Tag zusammen. Im Gespräch sammelt sich einiges an Ideen. Am Abend geht es dann im besten Fall noch in eine Kabarettvorstellung." Es ist im Prinzip nicht viel anders als jetzt bei ihr zu Hause am Tisch: Eine sagt etwas, die anderen setzten etwas drauf.

Das Programm für 2018 steht schon. Es gibt unter anderem Kabarett mit einer Künstlerin aus der Poetry-Slam-Szene. Damit versucht Gerlach-Hirt, jüngeres Publikum zu binden. Denn der Verein braucht neue Helferinnen und Helfer - insbesondere für die Technik - und Kandidatinnen für den Vorstand, wobei der nur nach außen formell auftritt. Im Grunde handelt es sich um eine lockere Runde. Und es gab in der Geschichte des Vereins sogar einmal drei Männer im Team.

Der Verein Kulturbunt feiert am Freitag, 11. August, eine Geburtstagsparty auf der Museumsinsel (Zugang nur über das Eingangstor an der Herrenmühle). Beginn ist um 20 Uhr. Die Band "The Wonderfrolleins" macht Stimmung mit Schlagern aus den 1950er und 1960er Jahren. Dazu leben der Partyigel und andere für die damalige Zeit typische Speisen und Getränke neu auf. Wer an dem Abend im Petticoat erscheint, darf sich über eine kleine Überraschung freuen. Es gibt außerdem eine Tombola. Kulturbunt lässt einen Zeltpavillon auf der Museumsinsel aufstellen, sodass bei jedem Wetter gefeiert und getanzt werden kann.

Quelle: http://www.mainpost.de/regional/bad-kissingen/kulturbunt-feiert-20-jahre;art433648,9662788
© Main-Post 2017

 



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