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Von mörderischen Stilblüten

Die Main-Post schreibt:
(21.5.2014)

An einem ungewöhnlichen Ort hatte der Verein "kulturbunt" zu einem Krimi-Nachmittag mit der Schauspielerin Monica Gruber geladen. Wer schreckliche Dinge erwartete, wurde zwischen fleischfressenden Pflanzen nicht enttäuscht.

Fröhlich, in geblümten Gummistiefeln, mit einer Packung Schneckenkorn in der Hand, betritt Barbara Stross die kleine Bühne im Gewächshaus der Gärtnerei Schlereth, um die Akteurin des Grünen-Grusel-Nachmittages anzukündigen: Die Schauspielerin Monica Gruber. Diesmal traf sich der Hammelburger kulturbunt e. V. zur Kaffeestunde und zum Thema "Mord im Grünen"...Mörderisches wurde erwartet, und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Giftige Deko und Galgenlieder

Ein laues Lüftchen wehte durch die geöffneten Dachluken des Gewächshauses. Auf den rot-weiß-karierten Tischdecken stand so manche Tasse des angekündigten "giftfreien" Kaffees und "mörderisch guten" Kuchens. Urplötzlich ertönte die Stimme Monica Grubers. Langsam bewegte sie sich von hinten durch den Zuschauerraum hindurch Richtung Bühne, ein Galgenlied von Christian Morgenstern rezitierend. Eine teils beklemmende und teils amüsante Zeit im Gewächshaus begann. (...)

 Klaffende Wunden, Mafia und finstere Zeitgenossen präsentierte Gruber in ihrer Lesung ebenso lebendig wie Eckhardt von Hirschhausens Weinbergschnecke. Dann ging es nach Paris: Mit einem Doppelmord in der Rue Morgue des US-amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe, zog Gruber die Zuhörer nach dem "lyrischen Sich-Weinbergschnecken-Annähern" wieder in den Bann. (...)

Die Auswahl dieser Geschichte für diese nachmittägliche Lesung war heftig und es war gut, dass der Kuchen bereits gegessen worden war, sonst wäre dem einen oder anderen Zuhörer unter Umständen das Stück Kuchen im Halse steckengeblieben. Der Text war recht unverdaulich und so beklemmend, dass niemand im Gewächshaus klatschen konnte.(...)

 Gruber fühlte sich sehr wohl in Hammelburg. "Jetzt muss ich wieder aus dem Herzen Hammelburgs zurück in die benzinverseuchte Großstadt", schloss sie ihre Lesung.

Jacqueline Vera Mihm

 

 

 

 



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