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Soulkitchen mit Pumpernickel und Heringssalat

Main-Post v. 22.6.12

Kulturbunt zeigte den preisgekrönten Film

Soulkitchen heißt nicht Gefängnis mit Soulmusik, sondern Seelenküche. Und Slow-Food heißt nicht langsam essen, sondern Verlangsamung der Ernährung. Damit ist ein viel umfassenderer Prozess gemeint als der bekannte Satz: „Kau erst 30-mal, bevor du schluckst.“

SoulkitchenHans Werner Bunz stimmte auf den Kinofilm ein. hieß der preisgekrönte Film, den Kulturbunt im Höfchen des Gasthauses Spath in Morlesau zeigte. Slow-Food heißt die Bewegung, die vor 20 Jahren in Italien entstand und die sich rasant über den ganzen Globus verbreitete und inzwischen 100 000 Mitglieder auf allen Kontinenten hat. In Deutschland sind es 12 000 Genusssuchende, die sich dem verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln verpflichtet fühlen.

 

Hans Werner Bunz, Regionalbetreuer für das nördliche Fränkische Weinland, informierte vor dem Kinofilm über Essen und was dazugehört. „Kochen heißt nicht, eine Plastikverpackung aufreißen und die Mikrowelle einschalten“, so Bunz. Die Ernährung umfasse die Nahrungsproduktion genauso wie das Genießen. „Genuss ist ein Menschenrecht“, sagt die Slow-Food-Bewegung. Dabei fördert sie die regionale Küche, Aufklärungsarbeit über Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln, Geschmacksschulungen von Kindern, bietet Informationen zum sinnvollen Einkauf, unterstützt beispielsweise lokale Saatgutinitiativen oder die regionale Rinderrasse Fränkisches Gelbvieh.

Symbol der Bewegung ist die Weinbergsschnecke. Diese weist darauf hin, dass ein gemächliches Tempo höhere Lebensqualität bedeuten kann, dass die übersteigerte Geschwindigkeit unserer Lebensprozesse letztendlich keinen Gewinn bedeutet. Damit die Theorie nicht abstrakt bleibt, gab es einen Teller mit unterschiedlichsten Gaumenfreuden. Probieren konnte man unter anderem von der pikant gewürzten Tomatensuppe, vom Pumpernickel mit Heringssalat, vom Fleischbällchen auf Couscous, von Gemüsevariationen und der Schokomousse mit Chili und Erdbeeren.

Der graue Himmel schien seine Wolken für sich zu behalten beim Start des Kinofilms. Die Komödie von Fatih Akin spielt in Hamburg und zeigt, wie der ziemlich exzentrische Koch Shayn, der aus einem Nobellokal gefeuert wurde, die Schnitzelbude von Zinos, dem chaotischen Filmhelden, in ein hippes Szenerestaurant verwandelt.

Kurz nach 23 Uhr war für das Kulturbunt-Team dann doch noch Wasserratten-Know-How gefragt. Beim Regeneinbruch musste der Film abgebrochen und die wertvolle Technikausstattung gerettet werden.

Der Film wird am Mittwoch, 27. Juni, um 20 Uhr in der Stadtbücherei wiederholt. Dazu sind auch die nassgewordenen Gäste zum Fertiggucken eingeladen.

Text und Bild Charlotte Wahler



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