Home Presse Rosenmontag - im Zug!

Rosenmontag - im Zug!

Main-Post und Saale-Zeitung v. 22.2.12

Main-Post:
Vom Orient- in den Erfurter-Express

rosenm3Kulturbunt feierte „Rosenmontag mit Zug“
Sie sind ja bekannt für ihre Kreativität und ausgefallenen Ideen, die Hammelburger Kulturbunt-Frauen. Für den traditionellen Rosenmontagsfaschingsball hatten sie sich heuer etwas Besonderes ausgedacht.

„Rosenmontag mit Zug“ lautete das Motto, das wörtlich zu verstehen war. Denn die Partygäste reisten mit dem Zug an, auch wenn es nur eine Minutenfahrt vom Bahnhaltepunkt Ost bis zum Hauptbahnhof war, wo im Partysaal Jobst dann gefeiert wurde.


   
rosenm4„Wir hatten uns mehr Zuspruch erwartet“, sagten die Vorsitzenden Barbara Stross – verkleidet als Helferin der Bahnhofsmission – und Andrea Mohr, die als Edelpunkerin auftauchte. Doch der guten Stimmung tat dieser außergewöhnliche Faschingszug mit der Erfurter Bahn keinen Abbruch.

Die tollen Kostümierungen der ausgelassenen Narren inspirierten uns zu folgender Berichterstattungs-Büttenrede:

Eine kleine Dickmadame
fuhr mit der Erfurter Eisenbahn.
Blinde waren auch zu sehn,
keinen ließ die Mission stehn.
Schnittchen und ein Tässchen Tee,
machten 's Warten gar so schee.
Punker, Schwarzfahrer und Freaks,
brauchst dafür nicht auf den Kiez.
Selbst Gäste fern aus Marrakesch,
fuhren statt Orient- Erfurter-Express.
Kurzweil und Gleis-Partystimmung,
gabs mit Georges Gitarrendrimmung.
Locomotive Breath,
grölten alle kess,
als die Bahn fuhr vor,
noch bevor nur einer fror.
Ab ging's vom Ost- zum Hauptbahnhof,
Narren hielten in den Abteilen Hof.
Handlungsreisende boten Uhren feil,
doch die Zeit war einerlei.
Zum Empfang gab's ein Glas Sekt:
Prost, auf dass die Musik fetzt.
Am Bahnhof in Jobst-Partysaal,
war DJ Ingos Musik genial.
Er riss alle mit,
auf seinem Eisdielen-Revue-Ritt.
Neben Jim Knopf und Gleisarbeiter,
tanzten Omas und Zugbegleiter.
Auch ein Auraer Lufthansapilot samt Stewardessen,
sah man flugs die Zeit vergessen.
Bis weit über Mitternacht,
tanzen bis die Schwarte kracht.
Und waren's auch nur 50 Leut',
kulturbunt hat die Fete nicht gereut.

(Text und Fotos v. Angelika Silberbach)

Fotogalerie unter kulturbuntfasching


Und die Saale-Zeitung schrieb:

"kulturbunt": Rosenmontag mit Zug

rosenm1Narrengaudi -  Jetzt kann Hammelburg mit den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz in punkto Rosenmontagszug endlich mithalten. Gab es doch dank Kulturverein "kulturbunt" am Montagabend eine spektakuläre Narrenfahrt mit der Saaletalbahn vom Haltepunkt Hammelburg-Ost zum Hauptbahnhof, in dessen direkter Nachbarschaft im angemieteten Partyraum Jobst der Fasching gefeiert werden durfte.

Sponsored by Erfurter Bahn
Die veranstaltenden "kulturbunten" Narren jedenfalls bedanken sich ganz herzlich beim Betreiber der Saaletalbahn für die kostenfreie Benutzung des Zuges. "Die Idee für diesen ganz besonderen Rosenmontagszug kam aus unserer Mitte", erklärt Beichel. "Und dann gab es eine Unzahl von Vorschlägen, mit welchen Zutaten wir das Event ausschmücken können. Die meisten Vorschläge mussten wir allerdings wegen vorhandener Vorschriften, aus Kostengründen oder wegen Grenzen der Machbarkeit wieder streichen".
Schon im Vorfeld herrschte trotz einiger Kältegrade eine fröhliche Stimmung auf dem Haltepunkt Ost. Die Aktiven hatten warme Getränke zum Aufwärmen in den Thermosflaschen und Partyhäppchen zur Stärkung mitgebracht. Als Bahnhofsmission verkleidet reichten einige Frauen diese Stärkung an die allmählich eintreffenden Fahrgäste weiter.

rosenm2Närrische Kreativität
Und die hatten mit viel Fantasie ihre närrische Kreativität ausgelebt. Da kam ein Reisender namens Abdul aus dem Orient-Express umgestiegen und war spontan begeistert. Jim Knopf und der Lokomotivführer alias Hans-Georg Binder mit kleiner Puppe fanden sich ebenso ein wie der Gitarre spielende Barde George (Matthias Übel), der mit seinen 70er-Popsongs für richtig gute Stimmung auf dem Haltesteig sorgte. Auf ihrem Weg zum Frankfurter Flughafen waren auch die närrischen Stewardessen samt Pilot von der Aura-Fly im Hammelburger Rosenmontagszug gelandet.
Gudrun Lehnert, Karin Wengerter und Barbara Stross kamen in Schaffneruniformen und behielten mit Lochzange oder Signalkelle den organisatorischen Überblick. Die Fahrt bis zum Hammelburger Bahnhof war recht kurz. Fast hätte das Ein- und Aussteigen länger als die Zugreise gedauert. So kann der Hammelburger Rosenmontagszug auch als einer der kürzesten in die Annalen eingehen. Da war nach Ankunft in Hammelburg erst einmal ein Sektempfang an der frischen Luft fällig. Die Kälte beorderte die fröhliche Narrengesellschaft dann doch noch in den Partyraum, wo DJ Ingo mit musikalischen Wunschtiteln aus der legendären Ära der Hammelburger Eisdielenzeit die Luft schon aufheizte und immer mehr Gäste hinzu kamen.

Bürgermeister als Heizer
"Es ist das überschaubar Familiäre, was uns zu diesem Zug der besonderen Art lockte", bestätigt übereinstimmend mit vielen Gästen auch Bergith Meder, die mit Freunden aus Untererthal anreiste, um dieses Event ja nicht zu verpassen. Begeistert war auch Bürgermeister Ernst Stross, der als geschwärzter Heizer im Arbeitsmantel kaum wiederzuerkennen war. Er hatte einen der kürzesten Heimwege.
Auch die übrigen Gäste hatten sich passend zum Thema Gedanken gemacht. Sie kamen als blinde Passagiere, Schwarzfahrer, Metropa- oder Bundesbahnmitarbeiter... "kulturbunt" hatte bei dem Event mit 60 bis 80 Gästen gerechnet.

(Text und Fotos von Gerd Schaar)

Bildergalerie der Saale-Zeitung



Newsletter abonnieren

Tragen Sie sich in unseren Newsletter ein um immer über aktuelle Veranstaltungen informiert zu werden