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Unsere "Hauslese"

Main-Post vom 19.7.2010

Hauslese im Hof der Familie Beichel: Magdalena Beichel liest aus Frank Goosens Buch Radio Heimat. Foto: Charlotte WahlerReisen mit dem Buch auf dem Sofa

Hauslese von Kulturbunt fand großes Interesse – 41 Gäste kamen zur Literaturveranstaltung

Die beste Art zu reisen ist die mit einem Buch zu Hause auf dem Sofa – so oder so ähnlich hat ein berühmter Mensch einmal formuliert. Die Literaturveranstaltung Hauslese von Kulturbunt könnte unter diesem Motto gestanden haben, bot sie doch sechs unterschiedliche Lesungen zum Thema Reisen in Privathäusern der Stadt an. Allerdings nicht auf dem Sofa, sondern wegen der Hitze in den Gärten und auf den Terrassen.

„Schön war das!“, so äußerten sich die Gruppen, die sich anschließend wieder in der Stadtbibliothek trafen, „das solltet ihr öfters machen!“ 41 Gäste hatten an der ungewöhnlichen Literaturveranstaltung teilgenommen.

Schön war es wirklich, sich auf einem bequemen Sessel beispielsweise im Hof der Familie Beichel niederzulassen, endlich einen lauen Abendwind zu spüren, Wasser Wein und Knabbereien vor sich, gurrende Tauben im Abendblau und sich vorlesen zu lassen. Geschichten von Frank Goosens aus dem Ruhrgebiet gab es im Beichelshof.

Stilecht zu Goosens Texten war der Platz um den Vorlesesessel dekoriert: Ein altes Radio passend zum Bucheinband funktionierte sogar noch. Magdalena Beichel las mit lebhafter Betonung, so dass die Bilder des Romans gut vor dem inneren Auge des Zuhörers entstehen konnten. Schnell entwickelten sich in den Pausen Gespräche über Literatur, über das Reisen im Kopf, über das Erkunden neuer Orte, ob real oder virtuell.

Geheimnisvoll waren bis zum Beginn die Leseorte geblieben. Beim Treffpunkt in der Stadtbibliothek teilten sich dann die Gruppen. Bei Familie Kleinhenz las Peter Schott Lyrik rund ums Reisen, Querflöte spielte dazu Klara Merz. England für Anfänger und Fortgeschrittene von Bill Bryson las Martina Bay bei Familie Hofstetter.

Alltagsleben in Afrika

Bei Familie Schiebl konnten die Gäste gedanklich nach Afrika reisen. Pia Schiebl las aus Michael Bitalas Buch „Das Prinzip Trotzdem“. Der ehemalige Auslandskorrespondent schreibt vom Alltagsleben der Menschen in Afrika, ihren Wünschen und Hoffnungen. Annemarie Fell nahm ihre Gäste mit auf eine Reise des Autors Wolfgang Büscher. Er umkreiste die Bundesrepublik Deutschland entlang seiner Grenzen und vermittelt ungewöhnliche Blicke auf Bekanntes. Die Lesung bei Familie Stross fiel mangels Anmeldungen aus. Der Autor Paul Bowles hätte mit seinem Reiseimpressionen nach Nordafrika, Asien und Mittelamerika entführt. Vielleicht hat der Buchtitel „Der Weg nach Tassemit und andere Geschichten aus der nichtchristlichen Welt“ für Schwellenängste in der christlichen Welt gesorgt?

Zum gemeinsamen Abschluss der Lesereise in der Hammelburger Stadtbibliothek wartete der Freundeskreis Lesezeichen mit einem Buffet auf, das „Lesehäppchen“ aus verschiedenen Ländern bot. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, so sagt man, und so stimmte es dann auch angesichts der angeregten Gespräche der Hauslesebesucher rund ums Buffet.

Von Charlotte Wahler

 



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