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Galgentrio aus Berlin

Main-Post vom 3.5.2010

Humoriger Blick auf die Welt

Kulturbunt präsentierte das Galgentrio im Hammelburger Rathauskeller. Foto: Charlotte WahlerGalgentrio glänzte mit Wilhelm-Busch-Reimen

(chw) Es ist ein Brauch von alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör – diesen und viele weitere Sprüche von Wilhelm Busch brachte das Galgentrio mit seinem musikalisch-literarischem Programm „Na dann Prost“ im Rathauskeller auf die Bühne.

Viele seiner Reime sind bereits in der Umgangssprache verwurzelt, viele davon haben die Trunkenheit und andere Laster zum Thema. Alkohol und Nikotin rafft die halbe Menschheit hin – das kennt fast jeder, kaum einer weiß, dass Wilhelm Busch hier seinen humorigen Blick auf die Welt verewigte. Wer mit Busch nur Max und Moritz verbindet, konnte sich überraschen lassen von einem Sprachwitz, der beispielsweise Kühe als krummgehörnte Buttertiere bezeichnet.

Wenn der Bauer Pille mit Fritze zum Markt geht, tanzen am Ende alle, Tiere und Menschen, ziemlich betrunken über den Platz und der Geißbock nimmt den Bürgermeister aufs Horn. Durch alle Scherze leuchteten aber auch Buschs genaue Studien der menschlichen Schwächen. Wie ein Ehestreit wegen eines Haares in der Suppe entgleisen kann und in heftige Dramen führt, wie der berühmte Pfeifenraucher, der in Buschs Karikaturen immer wieder auftaucht, nur für die Dauer einer Pfeife ins Wirtshaus darf. Ob Onkel Kaspars rote Nase, die zu allen Zeiten glüht, ob Kopp, der vom Stammtisch nach Hause geht, um beim Empfang seiner Frau Doris gleich wieder umzukehren ins Wirtshaus, Studiosus Döppe, der der Witwe Pauline einen Antrag machen will, temperamentvoll brachten die drei Berliner Schauspieler jeden Charakter zum Leben.

Weiß geschminkt, so als seien sie selbst vom schlimmsten Kater geplagt, amüsierten sie die rund 100 Gäste. Völlig moralfrei sollte Wilhelm Busch herüberkommen, in Sachen Liebesgetändel zitierte das Galgentrio dann doch eine Schlussfolgerung: Man sieht, dass es Spektakel gibt, wenn man sich durcheinander liebt.

Die Künstler Jörg Kleinau, Wolf Butter und Wolf-Dietrich Griep hatten jedoch nicht nur Wilhelm Busch im Repertoire, sie unterhielten ihr Publikum auch mit musikalischen Stücken. Nach dem zirka eineinhalbstündigem Programm gab es auch noch guten alten Swing.

Humoriger Blick auf die Welt

Galgentrio glänzte mit Wilhelm-Busch-Reimen

Kulturbunt präsentierte das Galgentrio im Hammelburger Rathauskeller. 

Foto: Charlotte Wahler

Kulturbunt präsentierte das Galgentrio im Hammelburger Rathauskeller.

Foto: Charlotte Wahler

(chw) Es ist ein Brauch von alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör – diesen und viele weitere Sprüche von Wilhelm Busch brachte das Galgentrio mit seinem musikalisch-literarischem Programm „Na dann Prost“ im Rathauskeller auf die Bühne.

Viele seiner Reime sind bereits in der Umgangssprache verwurzelt, viele davon haben die Trunkenheit und andere Laster zum Thema. Alkohol und Nikotin rafft die halbe Menschheit hin – das kennt fast jeder, kaum einer weiß, dass Wilhelm Busch hier seinen humorigen Blick auf die Welt verewigte. Wer mit Busch nur Max und Moritz verbindet, konnte sich überraschen lassen von einem Sprachwitz, der beispielsweise Kühe als krummgehörnte Buttertiere bezeichnet.

Wenn der Bauer Pille mit Fritze zum Markt geht, tanzen am Ende alle, Tiere und Menschen, ziemlich betrunken über den Platz und der Geißbock nimmt den Bürgermeister aufs Horn. Durch alle Scherze leuchteten aber auch Buschs genaue Studien der menschlichen Schwächen. Wie ein Ehestreit wegen eines Haares in der Suppe entgleisen kann und in heftige Dramen führt, wie der berühmte Pfeifenraucher, der in Buschs Karikaturen immer wieder auftaucht, nur für die Dauer einer Pfeife ins Wirtshaus darf. Ob Onkel Kaspars rote Nase, die zu allen Zeiten glüht, ob Kopp, der vom Stammtisch nach Hause geht, um beim Empfang seiner Frau Doris gleich wieder umzukehren ins Wirtshaus, Studiosus Döppe, der der Witwe Pauline einen Antrag machen will, temperamentvoll brachten die drei Berliner Schauspieler jeden Charakter zum Leben.

Weiß geschminkt, so als seien sie selbst vom schlimmsten Kater geplagt, amüsierten sie die rund 100 Gäste. Völlig moralfrei sollte Wilhelm Busch herüberkommen, in Sachen Liebesgetändel zitierte das Galgentrio dann doch eine Schlussfolgerung: Man sieht, dass es Spektakel gibt, wenn man sich durcheinander liebt.

Die Künstler Jörg Kleinau, Wolf Butter und Wolf-Dietrich Griep hatten jedoch nicht nur Wilhelm Busch im Repertoire, sie unterhielten ihr Publikum auch mit musikalischen Stücken. Nach dem zirka eineinhalbstündigem Programm gab es auch noch guten alten Swing.

 



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